Erntedank

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Erntedank in der Familie feiern

Unser tägliches Brot gib uns heute“: das meint nicht nur das Essen, das meint unser ganzes Leben.

Im Tischgebet drücken wir aus, dass alles ein Geschenk Gottes ist. Wie ist das gemeint?

Brauchtum

Seit die Menschen der Urzeit die Fähigkeit zum Bebauen der Felder und Ernten der Früchte hatten, brachten sie zum Dank Opfer dar. Lange Zeit später wandelte sich dieser Brauch in manchen Gegenden dazu, den ersten Wagen mit Getreide vor Ehrfurcht und Dankbarkeit schweigend nach Hause zu fahren. Der Inhalt kam armen Menschen ohne eigene Felder zugute, die sich nur wenige Lebensmittel leisten konnten. Der letzte Wagen wurde jubelnd heimgefahren, es folgte ein großes, fröhliches Fest. Man flocht aus Getreide eine Erntekrone, die mit Bändern und Früchten geschmückt wurde. Bei einem festlichen Dankgottesdienst in der Kirche wurde sie gesegnet. Heute bringen die Leute oft Früchte, Getreide und Gemüse zum Altar, welches im Rahmen des Gottesdienstes gesegnet wird. Diese aus dem Volksgut überlieferten Worte spiegeln noch einmal den Grund für die feierlichen Erntedankgottesdienste wider: Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen stehen ganz in Gottes Hand. Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her, der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer.

Erntedank in der Familie feiern

„Unser tägliches Brot gib uns heute“: das meint nicht nur das Essen, das meint unser ganzes Leben, Arbeit, Freizeit, Kleidung und Wohnung. Im Tischgebet drücken wir aus, dass alles ein Geschenk Gottes ist. Ist dieses bei uns kein Brauch mehr, können wir wieder neu damit beginnen, ist es noch gebräuchlich, können wir es einmal langsamer und bewusster sprechen. Außerdem, warum machen wir nicht wieder einmal einen Spaziergang im Wald, sammeln Kräuter, Beeren, Eicheln, Kastanien, Zapfen und vieles mehr? Damit könnten wir entweder Tee oder Marmelade zubereiten oder aber basteln und unser Haus wunderschön schmücken.

Zum Nachdenken

Auf dem Schulhof XY steht eine Lehrerin an der großen Mülltonne. Sie schaut hinein und zieht ein frisches Butterbrot heraus. Sie hält es in die Höhe. Regungslos steht sie da. Rund um sie spielen die Kinder. Die eine oder der andere bleibt stehen. Die eine oder der andere schaut verwundert zur Lehrerin. Bald ist es eine ganze Gruppe. „Stimmt etwas nicht?“ Die Lehrerin antwortet: „Ich rechne.“ „Was gibt es da denn zu rechnen?“, fragt ein Kind. „Viel, sehr viel. Ich zähle die Wochen, die kleine Weizenkörner in der Erde gelegen haben, bis sie ihre Triebspitzen durch die Erdkruste ans Licht schieben konnten. Ich zähle die Wochen, die die Weizenpflanzen gewachsen sind, genährt von Erde, Sonne, Wind und Regen, bis die gelben Ähren sich im Wind wiegen konnten, voll mit reifen Körnern. Ich zähle die Wochen, in denen die Körner geerntet, gedroschen und zu Mehl gemahlen wurden. Ich zähle die Tage und die vielen Kilometer Fahrt bis das Mehl beim Bäcker angekommen ist. Ich zähle die Stunden, die der Bäcker gebraucht hat, bis aus Mehl, Wasser, Salz und Hefe dann im Backofen Brot gebacken werden konnte. Ich zähle die Stunden, die es gedauert hat, bis das Brot braun und knusprig von der Bäckerei zur Familie XY gekommen ist. Ich zähle die Minuten, bis ein Stück abgeschnitten war, mit Butter bestrichen und mit Käse belegt. Ich zähle die Sekunden 1-2-3 und das Butterbrot flog in die Mülltonne. Ich kann die Menschen nicht zählen, die Hunger haben in dieser Welt und kein Brot finden …“

„Liebet das Brot, den Hort des Hauses. Achtet das Brot, den Lohn der Arbeit. Ehret das Brot, den Segen der Scholle. Vergeudet nicht das Brot, den Reichtum des Volkes.“

Einladung zum Mitfeiern

Am 11. Oktober feiern wir das Erntedankfest in unserer Pfarre, die Familienmesse beginnt um 10:30 Uhr. Anschließend findet ein Pfarrfest mit buntem Unterhaltungsprogramm statt.

 

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