Weihnachten - Gott kommt als Kind zu uns

am . Veröffentlicht in Kirchenfeste-Bottom

2015 01 03 19.20.04Auch zu so einem bekannten christlichen Fest wie Weihnachten gibt es immer wieder einige Fragen.

Vielleicht wird zumindest ein Teil davon in diesem Beitrag geklärt.

 

Warum wurde gerade der 24. bzw. der 25. Dezember (orthodoxe Kirchen: 6. Jänner) ausgewählt?

Der genaue Zeitpunkt von Jesu Geburt ist unbekannt, Weihnachten wird seit dem 4. Jahrhundert gefeiert. Die römische Kirche wählte den 25. Dezember als Hochfest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus, der ursprünglich im gesamten Mittelmeerraum als Geburtstag des unbesiegbaren Sonnengottes Mithras bekannt war. Außerdem beging man an diesem Tag die nordische Wintersonnenwende. Christus wird von der Kirche als die wahre Sonne, das „Licht der Welt“ verehrt, das den Sonnengott der Heiden vertreibt. In den östlichen Kirchen wurde der 6. Jänner bevorzugt, an dem Jesus getauft und von seinem Vater als sein Sohn der Welt vorgestellt wurde.

Woher kommt der Name „Weihnachten“?

Das Wort findet seine Wurzeln in dem althochdeutschen Begriff „wih“, der so viel wie „heilig, geweiht“ bedeutet. Damit kommt zum Ausdruck, dass keine Nacht so heilig ist wie die, in der Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist.

Woher kommt der Brauch, eine Weihnachtskrippe aufzustellen?

1223 wurde durch Franz von Assisi die erste Weihnachtskrippe in einer Kirche in Greccio aufgestellt. Bereits kurz darauf standen Krippen auch in anderen Kirchen, in Klöstern, Schulen und Wohnungen. Etwa zeitgleich kamen auch die Krippenspiele zur Veranschaulichung des Weihnachtsevangeliums auf.

Woher kommt der Brauch, einen Weihnachtsbaum aufzustellen?

In allen Kulturen und Religionen bezeichnen immergrüne Bäume eine Wohnstätte der Götter und damit Zeichen des Lebens sowie für Fruchtbarkeit und Wachstum. Auch in der Bibel spielt der Baum eine wichtige Rolle vom Baum des Paradieses bis zum Baum des Kreuzes. Die ersten Christbäume wurden um 1509 im Elsaß und im Schwarzwald aufgestellt. Martin Luther erklärte ihn als weihnachtliches Symbol der Protestanten, in den napoleonischen Kriegen wurde er das Freiheitssymbol der Deutschen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts hält die Tanne auch in den katholischen Häusern und Wohnungen Einzug.

Woher kommt der Brauch der weihnachtlichen Bescherung?

Für uns Christen haben die Weihnachtsgeschenke einen tieferen Sinn, wir beschenken einander, weil Gott uns seinen Sohn geschenkt hat. Auch diese Sitte geht auf Martin Luther zurück, der um 1535 die bis dahin überall üblichen Nikolausbescherungen abschaffte. 


Folgende Geschichte aus dem Volksgut möchte uns dazu hinführen, welche Eigenschaften die besten und wichtigsten Geschenke haben:


Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen seines Landes und rief seine beiden Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: "Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit, das ist eure Sache." Die Weisen sagten: "Das ist eine gute Aufgabe." Der älteste Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos herum. Er dachte sich: "Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen. (...) Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: "Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr warten. Mach mich zu deinem Nachfolger." Der Vater antwortet: "Es ist noch nicht Abend. Ich werden warten." Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein. Der Vater sagte: "Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen."

Copyright

Copyright © Pfarre Eichgraben. Alle Rechte vorbehalten.